Geschichte des Ortes und der Parkanlage Rusovce

Východná strana zámku In Mitteleuropa gibt es nur wenige Orte, die Rusovce aus historischer Sicht gleichenkommen. Mit Recht kann der Ort als Erbe der Vergangenheit, als Kulturerbschaft Europas angesehen werden. Ein breites Spektrum historischer Ereignisse, die dieses Gebiet streiften, brachten eine Verschiedenheit von Ethniken, Nationalitäten, Kultur und Kunst mit sich. Auch darum sind Rusovce heute offen für die Anbindung an die reiche kulturelle Tradition, um das zu erneuern, was diese Lokalität durch ihre günstige geographische und strategische Lage und attraktive Vergangenheit anbietet. Neben dem Erbe eines multikulturellen Ausdrucks wird hier bis heute in vier Sprachen gesprochen - slowakisch, deutsch, kroatisch und ungarisch. Rusovce von heute ist eine Stätte zum Entspannen und zur Erholung,, daher wird beim Erneuern historischer Denkmäler nach wohlbedachten Eingriffen verlangt, welche im Angebot stehen, um durch die Anbindung an die Kulturerbschaft des Gebietes eine Weiterentwicklung des Tourismus zu forcieren.

Japonská záhrada Spuren alter Ansiedlungen im Gebiet des heutigen Rusovce reichen zurück in die ältere Brosezeit (ungefähr 2200 –1600 vor Ch.). Damals tauchten hier die Träger der s.g. Wieselburger Kultur auf, eine der ältesten in der Brosezeit auf slowakischem Gebiet lebenden Kulturen. Funde aus dieser Zeit repräsentieren einige Grabstätten, Keramikartikel, zeitnahe Gefäße, Schmuckstücke und verschiedene Gebrauchsgegenstände. Aus dem 7. Jahrhundert vor Ch. stammen Grabfunde der Halstatkultur. Die Ansiedlung während der jüngeren Eisenzeit dokumentieren Funde eines armen Grabes der La-Tenè Kultur (Keltenzeit) aus dem Zeitraum 250 – 125 vor Ch.

In dem Zeitraum der Jahre 12 – 9 vor Ch. kommen in das heutige Gebiet von Rusovce die Römer. Bedeutungsvollstes Denkmal aus dieser Zeit ist das Militärlager Gerulata, welches Bestandteil des Grenzbefestigungswerkes Limes Romanus war. Die Blütezeit der römischen Gerulata ist in das 2. bis 4. Jahrhundert datiert. Im 5. Jahrhundert zerfällt Gerulata infolge der Angriffe germanischer Stämme.

Ružová záhrada Direkt auf Resten der antiken Gerulata entsteht im 9. Jahrhundert eine slawische Siedlung, was erhaltene archäologische Funde bezeugen. Die ersten schriftlichen Urkunden zum heutigen Ort Rusovce stammen aus dem Jahr 1208 aus der Regierungszeit von Ondreja II. - ein Dokument zum Schenkungsvertrag an das Kloster in Lébényi (Ungarn) – mit der Bezeichnung „Terra Uruzwar“. In den ersten Jahrhunderten der Existenz des Ungarischen Königtums war Rusovce eine bedeutende Grenzfestung - „Castellum“. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erlangte Rusovce auch Bedeutung als Handelszentrum.

Voraussetzung einer aussichtsreichen Entwicklung zu einer mittelalterlichen Siedelung war die Lage neben der wichtigen Strasse führend von Ungarn nach Österreich, über Magyaróvár und Hainburg, nach Wien. Dank der günstigen Lage an der Handelsstrasse kam es während des 15. Jahrhunderts zu einer kontinuierlichen Wirtschaftsentwicklung des Ortes. Im Jahre 1439 wird Rusovce als „Oppidum Orozvar“ (Provinzstädtchen) genannt. Diesen Status erhielt sich Rusovce bis zum Jahre 1908.

Pohľad na zámok z ružovej záhrady Aus dem Jahr 1453 stammt die älteste erhaltene Angabe über die jüdische Kommunität (ihre Präsenz bezeugen eine Synagoge und ein jüdische Friedhof, diese wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts zerstört). Im 15. Jahrhundert war Rusovce im Besitz der adeligen Familie Tompek, später war der Eigentümer Štefan Josa. In den Jahren 1515 bis 1575 siedelten Kroaten in vier Migrationswellen ins Gebiet von Rusovce. Im Jahre 1613 wurde die St. Vitus Kirche nachgebaut. Aus dem Jahr 1659 stammt die erste schriftliche Erwähnung zur Existenz einer Schule. In den Jahren 1668 bis 1669 wurde die Kirche der Heiligen Magdalena erbaut.

Rusovský kanál, kedysi často využívaný na člnkovanie Im Jahre 1646 erwirbt Graf Štefan Zichy, Vorsitzender der Ungarischen Kammer, den Besitztum Rusovce. Für beinah 200 Jahre ist diese Familie der alleinige Landesherr des Ortes. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde hier der Landsitz des Zichy Besitztums erbaut. Laut damaliger öffentlicher Meinung ist es das schönste Schloss im Mosongau.

In den Jahren 1841 - 1846 läst Graf Emanuel Zichy Ferrari das Schloss nach Muster der englischen Herrensitze im Tudorstil umbauen. Es ist eine Aufmerksamkeit an seine Ehefrau, die aus England stammte.

Eine weitere Entwicklung erfuhr das Schloss und der Park nach dem Jahre 1872. Im Jahre 1872 kaufte das Schloss und den angrenzenden Landsitz Graf Hugo Henckel und errichtete hier ein Gestüt. In dieser Zeit wurde der Ort ein bekannter Platz des Reitsportes und der Pferdezucht. Durch die Großzügigkeit des Grafen Henckel wurde das HUGO - Gestüt eines der erfolgreichsten in Mitteleuropa. Im Jahre 1890 heisst der neue Eigentümer des Gestütes Baron Rotschild.

Im Jahre 1906 kauft den Besitztum samt Schloss und Gestüt die Kronprinzessin Stephanie zusammen mit ihrem Gemahl, dem ungarischen Adeligen Elemír Lónyay. Den Schlossgarten betrachtet die damalige Gesellschaft als einen der schönsten und gepflegtesten. Zum Park gehörte die Großgärtnerei Stephaneum, bekannt auch außerhalb des Gaues. Es standen hier 36 Glashäuser; der Großhandel wurde über Eisenbahneinsendungen nach ganz Europa betrieben.

Im Jahre 1920, laut Vertrag von Trianon, wurde Rusovce Ungarn zugesprochen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Ort, laut Vereinbarung von Paris, am 15. Oktober 1947 zur Tschechoslowakei angeschlossen. Am 1. Januar 1972 wurde Rusovce in den Großraum der slowakischen Hauptstadt Bratislava einbezogen.

Jozef Mallinerits